Greta aus Schweden

Wir wollen alles und auf nichts verzichten, Konsum befreit und Geiz ist geil…

19. März um 11:52

Nachdenken und mich ärgern… Ein 15 jähriges Mädchen namens Greta aus Schweden sorgt sich um unsere Welt, die irgendwann ihr gehören wird. Sie bringt ihre Sorge zum Ausdruck, indem sie 1,50m groß, geflochtene Zöpfe, lila Rucksack ganz allein mit einem Pappschild vor dem schwedischen Reichstag sitzt. Auf ihrem Schild steht „Skolstrejk for klimatet“, was heißt, Schulstreik für das Klima. Greta hat Wut im Bauch. Dieses Bild geht um die Welt und erreicht immer mehr Menschen, vor allem junge Menschen ihres Alters. Nach kurzer Zeit solidarisieren sich sehr viele mit ihr und machen es ihr nach. Sie machen das, weil Greta etwas wichtiges zu sagen hat und weil sie Charisma hat, sie überzeugt viele meiner Mitmenschen und auch mich und so stehe ich heute zur großen Greta. Ich sehe, wie unsere Kinder auf die Straße gehen um unsere/ihre Welt zu retten. Unsere Kinder haben nun soviel Weitsicht, dass ihnen völlig klar ist, dass der Abbau der Ressourcen unserer Erde unmöglich so weiter gehen kann.

Wir nehmen uns was geht, ohne Rücksicht auf kommende Generationen wie Greta und all die Anderen, nach dem Motto, „Nach mir die Sintflut“! Wir drecken alles zu und zappen, satt und entspannt weiter, wenn über die Müllhalde Weltmeer gesprochen wird. Wir haben schließlich eigene Probleme. Erneuerbare Energien sind uns hoch wie breit, der Strom kam doch immer aus der Steckdose. Atomkraft ist höchst störanfällig und wenn sich eine Katastrofe ereignete, ist die empörte Halbwertszeit in den Köpfen meiner Mitmenschen dann verpufft, wenn die Presse fertig ist, das Thema auszuschlachten. Die Windräder schlucken zu viele Vögel, die Solarzellen verschandeln die Landschaft, die Feinstaubmessungen sind gefaked, Elektroautos zu teuer. Der fleischfreie Tag an Schulen, ist eine bodenlose Frechheit und die Idee mal das Licht früher zu löschen, schränkt mich völlig in meiner persönlichen Freiheit ein. Wir holzen urbane Wälder ab, genau wie Regenwälder. Wir lieben Alukapselkaffee und bleiben wegen dem unschlagbaren Geschmack dabei oder tragen Plastikbecher durch die Gegend weil die Zeit drängt. Wir kaufen billigste Klamotten, ahnen dass sie von kleinen Kindern unter Wasser handgeklöppelt sein müssen und jagen weiter Schnäppchen. Wir essen Fleisch, das man uns gefühlt umsonst hinterherwirft, Qualität ist beim Smartphone einfach wichtiger. Wir wollen alles und auf nichts verzichten, Konsum befreit und Geiz ist geil.

Währendessen stranden Wale, es sterben Amseln, es verschwinden Insekten. An Nord- und Südpol schmilzt das Eis und der Lebensraum für Tiere wird knapp. Öltanker verunglücken und laufen aus. Asien wird von Tsunamis heimgesucht, die alles zerstören. In unseren Regionen regnet es endlos, Stürme toben und die Sommer werden immer heißer. Wir sitzen in unserer Komfortzone, in unseren sicheren Häusern, schaufeln ungesundes Zeug in uns rein und meckern. Wir meckern über alles und Jeden. Neuerdings meckern wir über unsere Kinder, die unsere Welt zu retten versuchen. Wir wissen, dass sie recht haben und haben ein schlechtes Gewissen, weil wir zu bequem sind. Sie machen ebenso unseren Job, wie vor kurzem die Hambacher Waldbewohner und ihre Freunde. Wir überlassen unseren Kindern unsere Verantwortung weil wir faul und gedankenlos sind. Wir traben lieber in ausgetretenen Pfaden, sind denkfaul und meckern, weil sie unseren Job an einem Freitag machen, an einem Tag der Leistung erfordert. Weil sie unsere Arbeit an einem Schultag erledigen und nicht in ihrer Freizeit, wo Vergnügen, wie bei -2°C auf der Straße stehen eigentlich hingehört. Dann hinterlassen sie auch noch ihren Müll, bestehend aus ein paar Pappschildern und ein wenig Einweggeschirr, wo doch heutzutage jedes Kind weiß, dass Plastikmüll unserer Umwelt schadet. Ich bin beschämt über die Reaktionen meiner erwachsenen Mitmenschen, die gerne alles kleinreden, was nicht auf ihrem Mist gewachsen ist.

Genauso bin ich stolz auf unsere Kinder. Ich erlebe eine neue Generation junger Menschen, die ihre Meinung sagen, die nachdenken und eine Weitsicht entwickeln, die vielen älteren Menschen nicht möglich scheint. So wünsche ich es mir seit Jahren und nun hat es sich erfüllt. Meine Profis seid unbestritten ihr.

In diesem Sinne Augen auf, zuhören, nachdenken, unterstützen. ❤️

Frollein Rottenmeier

Autor: Marie

Ich bin 1969 geboren und schreibe nun schon eine ganze Weile. Meine Gedanken in Worte zu fassen scheint mir eine Notwendigkeit, die zu unterlassen, mich schlicht unvergnüglich stimmt. Darüberhinaus betreue ich Klientinnen mit persönlichen Problemen in ihrem Bestreben sich weiterzuentwickeln. Also eigentlich ganz ähnlich wie ich selbst.

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