#metoo versus #notme

Diese Annahmen gehen aus meiner Sicht in eine ganz ähnliche Richtung wie die Behauptungen, Frauen die vergewaltigt wurden seien mitschuld weil sie zu leicht bekleidet gewesen wären, zu viel getrunken hätten, sich zu offensiv verhalten hätten oder schlicht nicht laut genug nein gesagt hätten…

27. Oktober 2017

Nachdenken… Ich hatte Euch ja schon von der me too Bewegung erzählt, in der Frauen, die mit Gewalt durch Männer konfrontiert wurden, sich öffentlich zu Wort melden indem sie berichten was ihnen passiert ist oder auch einfach den Hashtag me too in ihrer Chronik posten. Nun entwickelt sich eine Gegenbewegung, die sich not me nennt. Hier melden sich Frauen zu Wort, die keine Gewalt erlebt haben und das freut mich erst einmal für jede von ihnen riesig. Nun neigen zuletzt beschriebene Frauen dazu diverse Behauptungen aufzustellen wie, die sich zu erlebter Gewalt bekennenden Frauen seien Emanzen, die Männern einfach mal einen reinwürgen wollen oder prüde vertrocknete „Rühr mich nicht an“, die nicht angemacht werden wollen, obwohl Anmache als Kompliment aufzufassen sei oder „Alte Jungfrauen, die man per se zu keiner Freude verlocken kann oder „Lesben“, die sowieso auf der falschen Seite stehen.

Diese Annahmen gehen aus meiner Sicht in eine ganz ähnliche Richtung wie die Behauptungen, Frauen die vergewaltigt wurden seien mitschuld weil sie zu leicht bekleidet gewesen wären, zu viel getrunken hätten, sich zu offensiv verhalten oder schlicht nicht laut genug nein gesagt hätten. Sie gehen ebenfalls in die Richtung zu behaupten, Frauen, die häusliche Gewalt erleben, behaupten das nur um ihren Partner los zu werden oder Schülerinnen, die von einem Lehrer missbraucht werden wollen sich nur für schlechte Noten rächen.(So etwas passiert auch aber selten) All diese Behauptungen sind auch so ein Phänomen unserer Zeit, zu bagatellisieren, herunter zu spielen, verdrängen, beschönigen, nicht wahr haben wollen was doch immer wieder offensichtlich wird.

Hier wird von Frauen über Minderheiten gesprochen und die Tatsache, dass 70% aller Frauen weltweit einmal in ihrem Leben Opfer einer Gewalttat werden, einfach ignoriert. Ich halte solche Aussagen für unsensibel, dumm, ignorant und schlecht informiert. Es hilft aber ungemein dabei sich mit aller Konsequenz in Szene zu setzen! Ich weiß, dass es immer mehr liebevolle, achtsame und respektvolle Männer gibt, die sehr sensibel mit diesem Thema umgehen auch wenn sie nicht selbst betroffen sind, einfach Empathie bekunden. Was reitet diese Frauen, die sich da aufplustern?

Ich danke für Eure offenen Ohren und wünsche ein friedvolles, liebevolles, achtsames, nachdenkliches und langes Wochenende.

Frollein Rottenmeier

Autor: Marie

Ich bin 1969 geboren und schreibe nun schon eine ganze Weile. Meine Gedanken in Worte zu fassen scheint mir eine Notwendigkeit, die zu unterlassen, mich schlicht unvergnüglich stimmt. Darüberhinaus betreue ich Klientinnen mit persönlichen Problemen in ihrem Bestreben sich weiterzuentwickeln. Also eigentlich ganz ähnlich wie ich selbst.

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