Wie man sich auf Social Media nicht verhält

In dieser teils heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook, beobachte ich , seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt…

28. September 2018

Kommunikation hat seit vielen Jahren eine immer größer werdende Anerkennung bei mir gefunden. Meine Großmutter mütterlicher seits war besonders sprachbegabt und wäre ich disziplinierter, wäre ich das auch. Immerhin widme ich mich hingebungsvoll meiner Mutter,- unserer Landessprache, die ebenso schön wie kompliziert ist. Ich liebe den gelingenden Austausch, das Mitteilen und mich verstanden fühlen. Es regt mein Belohnungszentrum ähnlich an wie guter Sex oder ein gutes Essen. So kann ich ganz und gar berauscht und Dopamintrunken aus einem guten Gespräch hervorgehen und noch Tage davon zehren.

In dieser teils heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook beobachte ich seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt. Aus ganz eigenen schmerzlichen, jahrzehntelangen Erfahrungen weiß ich, dass Klugscheißerei keine große Anerkennung findet. Sicher, ich kam mir klug und jovial vor wenn ich mich wieder einmal herausgefordert fühlte meine grenzenlose Intelligenz unaufgefordert zur Schau zu stellen. Mein Gegenüber allerdings zog sich launisch und gekränkt zurück, um in aller Stille zu verarbeiten wie sehr er sich von mir bevormundet und unterschätzt fühlte.

Mir ist auch aufgefallen dass, sich in ein laufendes Gespräch – wie sich bei kommentierten Postings häufiger die Möglichkeit bietet – einzuklinken, ohne das Posting gelesen oder verstanden zu haben, für wenig Freude auf der anderen Seite sorgt. Dieses Verhalten dient oftmals der reinen Selbstdarstellung. Hier wird die Gunst der Stunde genutzt etwas unter ein Posting zu klatschen was einfach nur auf sich selbst aufmerksam machen möchte. Es erweist sich als ähnlich wenig hilfreich wie Klugscheißerei um zum Ziel „Dialog“ zu führen.

Gerade in Gruppen, in denen sich viele Menschen des gleichen Berufstandes tummeln beobachte ich stets aufs Neue die sowohl unnötige als auch lästige Eigenschaft des Kompetenzgerangels. Der Rangler fühlt sich unterlegen und versucht – was eigentlich keiner wünscht – davon abzulenken, indem er sich als besonders erfahren auf seinem Gebiet, quasi als Koryphäe aufspielt. Dieses Verhalten kommt bei vielen Gruppenmitgliedern so schlecht an, dass sie dynamisch zurück treten.

Ein weiterer Faktor, der Kommunikation misslingen lässt ist Missgunst. Der Missgünstigte spürt den Neid, der wie ein Stachel ins Gewebe dringt auch wenn er nur sehr leise gespuckt wird.

Schuldzuweisungen sind äußerst beliebt und im Grunde schon längst zu einem begehrten Volkssport geworden. Es sind alle anderen Schuld: Die Merkel, der Stoiber, der Spahn, der Seehofer, die Roth, die Nahles, der Özil, der Yeti, die Hitze, der Regen, die Zeitumstellung, der Bergbau, der Diesel, die Windräder. Bei Schuldzuweisungen sind sich erstaunlich viele Menschen einig aber nur solange sich der Klugscheißer und der Selbstdarsteller raushalten.

Ich stelle fest, es gibt enorm viele Denk,- oder Verhaltensweisen, die ausgesprochen dienlich dazu beitragen, sich unbeliebt zu machen. Dem Einen gefällt das ausgesprochen gut weil er sich selbst als individualistischen Querkopf mit großem Charakter sehen möchte und nicht als den unsozialen narzistischen alten Sack der er eigentlich ist, dem anderen gefällt das unbeliebt Sein nicht.

Ich persönlich bevorzuge die Gemeinschaft, den freundlichen Austausch, die feine Art, ich mag das Zugehörigkeitsgefühl. Was gelingende Kommunikation ausmacht ist sicher auch in erster Linie der Wunsch, den anderen zu verstehen. Auch wenn es vor kommt nicht auf einen Nenner zu kommen, anderer Meinung zu bleiben, dann ist es hilfreich den anderen so sein zu lassen wie er ist, es gibt nichts zu gewinnen. Manchmal macht es auch Sinn, Grenzen zu setzen, dabei ist ein klares Nein glaubwürdiger als ein wortreiches Nein, das Zweifel hinterlässt und Kompromissbereitschaft signalisiert. Letztendlich sind die Regeln für gelingende Kommunikation ganz einfach:

„Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füge keinem Anderen zu“!

In diesem Sinne meine Freunde, gutes Gelingen 🍀🙏❤️

Frollein Rottenmeier

Autor: Marie

Ich bin 1969 geboren und schreibe nun schon eine ganze Weile. Meine Gedanken in Worte zu fassen scheint mir eine Notwendigkeit, die zu unterlassen, mich schlicht unvergnüglich stimmt. Darüberhinaus betreue ich Klientinnen mit persönlichen Problemen in ihrem Bestreben sich weiterzuentwickeln. Also eigentlich ganz ähnlich wie ich selbst.

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