Woher kommt dieser ganze Hass?

Hass ist das scharfe, anhaltende Gefühl der Antipathie, es entsteht aus dem tiefen Gefühl erlittener Verletzungen.

Hass ist ein tief sitzendes Gefühl, das uns erlaubt destruktiv zu sein. Es lässt uns glauben, dass wir im recht sind. Es verhindert unsere soziale Fähigkeit uns selbst in Frage zu stellen und nimmt uns unser Mitgefühl. Hass lässt uns innerlich glühen und erweckt in uns ein Gefühl der Lebendigkeit, er gibt unserem Leben einen Sinn, den wir vorher nicht kannten. Er gibt unserem Dasein eine Berechtigung, die wir zuvor nicht spürten. Wir sind nun auch Jemand, der eine Meinung vertritt, die wir laut nach aussen kreischen können und erleben dadurch eine Selbstwirksamkeit, die das frustrierende Gefühl unserer eigentlichen Ohnmacht unterdrückt. Hass erhebt uns über andere, macht uns groß und lässt uns das zermürbende Gefül unserer eigenen Bedeutungslosigkeit verlieren. Er verbindet uns mit denen, die genauso denken wie wir und übertönt unser Gefühl von Leere und Einsamkeit. Hass macht hässlich wenn wir unseren augenscheinlichen Gegnern, mit verzerrten Gesichtern unsere Wahrheit entgegenspucken. Er gibt uns die Macht problemlos alle Andersdenkenden als dumm zu bezeichnen. Hass nährt sich aus der Quelle unseres übergroßen Egos, der Teil von uns, der bedenkenlos will. Er nimmt uns unsere Beherrschung und unsere Hemmungen, lässt uns nach vorne preschen und angreifen. Hass ist laut, intensiv, fordernd und kraftvoll, ein starker Motivator. Er gibt uns das Gefühl von Größe und Kraft. Hass ist das Gegenteil von Liebe.

Hass ist ein gesellschaftliches Problem, das sich durch unsere Politik verstärkt hat. Er wird gelebt durch Menschen, die einfach denken und einfache Lösungen für ihre Probleme suchen. So unsinnig und gefährlich mir persönlich deren Aufbegehren auch erscheinen mag fühlen sie sich abgehängt, falsch behandelt und unverstanden. Sie suchen jemanden, der die Verantwortung für ihr Dilemma übernimmt, das macht aber niemand und so finden sie Feindbilder. Hass ist auch ein erzieherisches Problem weil unser Wertesystem einzig Leistung belohnt. Wir haben verlernt echte Werte zu vermitteln. Wir haben nicht gelernt einem anderen Anerkennung und Respekt zu zollen, einfach dafür dass er ist. Wir haben nicht gelernt den anderen wegen seiner Selbst zu lieben, sondern dafür dass er unsere Bedingungen erfüllt. Unsere Gesellschaft ist durchtränkt mit Lieblosigkeit und nun werden die Menschen, die das lautstark einfordern täglich mehr.

Frollein Rottenmeier

Autor: Marie

Ich bin 1969 geboren und schreibe nun schon eine ganze Weile. Meine Gedanken in Worte zu fassen scheint mir eine Notwendigkeit, die zu unterlassen, mich schlicht unvergnüglich stimmt. Darüberhinaus betreue ich Klientinnen mit persönlichen Problemen in ihrem Bestreben sich weiterzuentwickeln. Also eigentlich ganz ähnlich wie ich selbst.

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