Der Hund

Du bist, das am wenigsten verstandene Wesen, unterschätzt und oftmals verachtet. Der räudige Köter, der lästige Kleffer, der bedrohliche Beißer.

Wer sich tief auf dich einläßt und dein Verhalten zu lesen vermag, dem schenkst du ein lebenswertes Leben, das erfüllt ist von deiner Treue, Loyalität und Ehrlichkeit. Niemanden betrachten wir so zwiespältig wie dich, entweder wir lieben dich oder wir hassen dich. Dein Ursprung ist im Wolf beheimatet, den der Eine sentimental verklärt als einsamen Jäger, als zähen Kämpfer verehrt. Der Andere sieht in ihm das anpassungsfähige überaus soziale Tier, das stets dem Wohle der Allgemeinheit dient. So vielfältig wie wir Menschen sind, so vielzählig sind mittlerweile die Arten, die wir aus dir gezüchtet haben. Bei einigen Arten war uns das Aussehen wichtiger als deine Gesundheit und so wurde deine Hüfte nach unten gezüchtet damit du von der Seite besonders gut zur Geltung kommst. Bei anderen Arten züchteten wir den Unterkiefer nach vorne, damit du dich problemlos in ein Bullenmaul verbeißen kannst. Wir kreutzten alles mögliche und kreierten aus deinem Ursprung Rassen, die während der Apartheit dunkelhäutige Menschen durch Südafrikas Straßen jagten. Wir entwickelten Hunde, die sich besonders gut zum Kampf eignen weil ihre Toleranzgrenze sehr niedrig ist und sich gegenseitig schwer verletzen. Wir machen aus dir Monster, geben dir die Schuld und verbreiten Schreckensnachrichten über dich, die vielen Leuten Angst machen. Sie verurteilen dich schon bevor sie dir begegnen. Wir benutzen deine Freundin als Geburtsmaschine, sie lebt eingepfercht auf engstem Raum. Ihre Vorder- und Hinterläufe sind verkümmert weil ihre einzige Aufgabe ist Nachwuchs zu generieren um ihren Halter zu bereichern. Euer Nachwuchs wird dann zunehmend im Internet angeboten und von Menschen gekauft, die nicht verstehen wollen, dass du keine Ware bist. Wenn wir sehr grob zu dir waren weil wir uns einfach nicht die Mühe machten dein Wesen zu erkennen, kann es sein, dass wir dich töten lassen. Wenn wir keine Zeit mehr für dich haben weil wir die Entwicklung unserer Lebensumstände falsch eingeschätzt haben, binden wir dich an Autobahnraststätten fest oder werfen dich in Mülltonnen und gehen weg als hätte es dich nie gegeben. Manche Menschen hegen soviel Groll gegen dich, dass sie Köder auslegen, die mit Nägeln, Rasierklingen oder Gift präpariert sind, an denen du elendig zugrunde gehst wenn du sie frisst. Manchmal landest du auch unter einem Tannenbaum und sollst das Leben deines zukünftigen Besitzers bereichern. Es gibt Menschen, die binden dir Schleifchen in die Haare, ziehen dir Mäntelchen an, verhätscheln dich und tragen dich durch die Gegend, wie ein Objekt.

Für mich bist du einfach Alles, der treueste Begleiter, den ich mir je hätte wünschen können. Du schmiegst dich zärtlich an mich und bittest mich freundlich dich wahrzunehmen. Du liebst meine zärtlichen Berührungen wenn ich dich streichel oder dein schönes Fell pflege. Es ist dir egal wie ich aussehe oder rieche, es reicht dir völlig, dass ich bin. Du erwartest nichts von mir sondern wartest einfach ab, was als nächstes passiert. Wenn du mit offenem Maul durch die Gegend tollst, spüre ich deine pure Lebensfreude und bin genauso glücklich wie du. Wenn du dich übertreibst und ich dich schützen muss, wirfst du dich auf den Boden und zeigst mir unterwürfig deine Flanke. Wir beide wissen, dass du dich furchtbar aufregen und reinsteigern kannst aber ein kurzes Sssst… von mir bringt dich sofort wieder runter. Du schüttelst dich kurz und wirfst die angestaute Energie einfach von dir ab. Wenn wir uns uneinig sind ob du das Eichhörnchen jagst oder nicht, bist du mir nicht böse wenn ich es unterbinde. Nie trägst du mir nach was ich versäume. Manchmal wird mir dein buhlen zuviel dann gehst du einfach wieder und versuchst es später nochmal. Obwohl du so stark bist kennst du auch Angst und bellst bis die Gefahr vorbei ist. Du beschützt mich und jeden, den du als Teil deines Rudels anerkennst. Wenn du krank bist zeigst du es mir nicht weil deine Herkunft und das Rudel aus dem du stammst, die schwächsten Mitglieder aufforderte zu gehen, aber ich spüre es. Du kannst zutiefst trauern wenn du einen Freund verlierst und tagelang lethargisch in einer Ecke verweilen, einmal sah ich Tränen in deinen Augen. In unbeobachteten Momenten klaust du Essen vom Tisch, nicht weil du hungrig bist sondern weil dein Notfallprogramm dir sagt, dass auch magere Zeiten kommen. Dein ganz eigener Geruch lässt mich erkennen wie es dir geht. Wärend der geschlechtsreife riechst du scharf, wie früher die Jungs in der Umkleidekabine, bist du krank riechst du käsig und bei Regen muffig.

Du bist pure Energie, reine Emotion, immer aufrichtig, mutig, kraftvoll, geduldig, stolz und verlässlich. Ganz egal ob du groß bist oder klein, glatt oder struppig, dick oder dünn. Du bist mein Held, der beste Freund den ich je haben werde.

Frollein Rottenmeier

Lasst uns diese Welt retten

Einige Monate nachdem die Schwedin Greta eine Jugendbewegung in Gang brachte, wird der Ton im Netz gegen sie immer rauer. Greta erreichte mit ihrem Aufruf zu Schulstreiks, dass sich etliche Wissenschaftler hinter sie stellten, um die Gunst der Stunde zu nutzen, uns zu erklären, wie schief unsere Lage tatsächlich ist. Wir haben heute die Möglichkeit, sofern wir dazu bereit sind, offenen Auges und Ohres zu erkennen, was wir seit Jahrzehnten falsch machen und was wir mit unserem Verhalten bisher erreicht haben. Wir dürfen nun erkennen, dass wir Weltmeister im Mülltrennen sind und guten Gewissens die Schuld bei anderen suchen. In Wirklichkeit sind wir mit unserer Coffe to go und Online Handel Nutzungs- mentalität auch Europameister im Ansammeln von Verpackungsmüll. Jeder von uns deutschen „Der grüne Punkt“ Sammler hat im Jahr 2015, 25 kg Plastikmüll entsorgt. Wir werfen unseren Verpackungsmüll in gelbe Säcke denn wer will das schon in seinem Garten haben. Man lässt uns wissen, dass dieser Müll recykelt wird aber die Anlagen zum recyleln von Plastik sind sehr teuer, daher schicken wir seit Jahren 65% dieser „Wertstoffe“ nach China und geben ihnen Geld für die Entsorgung. Seit 2018 möchten die Chinesen unseren Müll nicht mehr aufnehmen, weshalb wir seit 2018 in Malaysia entsorgen. Malaysia hat diesen Müll eine zeitlang in leerstehenden Fabrikhallen gelagert doch nun wird es dort eng. Sie lagern diesen Müll jetzt auf offenen Deponien und wir können in den Medien, malaysischen Kindern dabei zusehen, wie sie darin herum wühlen. Stellenweise verbrennen sie das Plastik auch offen, was die Bevölkerung zunehmen an Atemwegserkrankungen leiden lässt. Anderorts werden große Teile dieses Mülls ins Meer geschwemmt. Der Müll lässt die Bilder von Walen entstehen, die bis oben hin voll mit Plastik gestrandet sind und zu einem Aufschrei in deutschen Wohnzimmern führen. Seit August 2019 schickt Malaysia den Müll an die Erzeugerländer zurück, die weltweit vertreten sind.

Wir möchten aus der Kernkraft aussteigen, von der wir einst glaubten, sie sei die sauberste Art der Energiegewinnung denn die Entsorgung der Restbestände überfordert uns. Auf die neuen Lösungen zur Energiegewinnung können wir uns nicht so recht einigen und weil der Strom eben nicht einfach aus der Steckdose kommt, kaufen wir unseren Restbedarf in Frankreich, wo er in den dortigen Atomreaktoren hergestellt wird, wir denken bis zur Grenze. Das Festhalten an der Zeitumstellung wird den Rest schon richten.

Wir bestehen auf unserer täglichen Portion Fleisch und da wir die vielen Menschen in unserem Land, die wenig Geld haben auch damit beglücken wollen, akzeptieren wir Massentierhaltung. Die Massen an Tieren, die wir unmöglich alle essen können brauchen Futter und so holzen wir Wälder ab um Platz zu schaffen, um Mais, Reis und Soja anzubauen. Sehr viele Tiere produzieren Methan, das wir eigentlich zur Energiegewinnung nutzen könnten aber wir sehen dabei zu wie es sich verflüchtigt und zu CO2 wird.

Wir zeigen auf China weil sie den Weltmarkt mit Elektroartikeln überschwemmen und verlängern alle 2 Jahre unseren Mobilfunkvertrag weil wir dann ein krachneues Handy bekommen.

Wir nehmen hin, dass ein deutscher Chemiekonzern den größten Agrarriesen aufkauft, um auch weiterhin Bauern weltweit mit genmanipuliertem Saatgut zu versorgen. Wir sehen, dass das Pestizid und Herbizid Glyphosat für weltweites Insektensterben verantwortlich ist und freuen uns, dass es in vielen Ländern verboten wurde, deshalb wird Glyphosat jetzt unter anderem Namen weiterverkauft.

Wir wollen zu jeder Zeit alles essen daher kaufen wir auch Bananen aus Costa Rica, Melonen aus Südamerika, Bohnen aus Kenia und Jaffa Orangen aus Israel, ohne Rücksicht auf die Transportwege, hauptsache bunt und vielfältig. Wir unterstützen Aldi, Lidl, Rewe und Co billiges stark Pestizidbelastetes Obst und Gemüse aus Spanien anzubieten und riskieren unsere Gesundheit.

In der Arktis brennt ein riesiges Feuer, das sich durch die Torfböden frisst. Dabei entstand im Juni ein gemessener CO2 Ausstoß, wie ihn Schweden in einem Jahr erzeugt. Kanadische und sibirische Wälder brennen, unsere eigenen Wälder sind in extrem schlechtem Zustand und werden von Borkenkäfern heimgesucht. Die Welt brennt und versinkt in Tsunamis und schmelzendem Eis. Etliche Tiere verlieren ihren Lebensraum und sind vom Aussterben bedroht. Die Weltbevölkerung explodiert und will essen.

An dieser Stelle kommt wieder die Schülerin Greta ins Spiel. Sie hat sich erlaubt uns auf all das hinzuweisen und eigentlich müssten wir ihr dankbar sein, dass sie uns die Augen geöffnet hat, denn nun nachdem so viele Menschen diese Erkenntnisse gewinnen konnten, können wir handeln. Stattdessen schreiben wir 2019 die Geschichte der Leugner, der Anfeinder, der Bagatellisierer und Schönredner. Ein nicht unerheblicher Teil meiner Mitmenschen feindet Greta Thunberg an und scheint sich von ihr bedroht zu fühlen. Sie fühlen sich bedroht von dem Wind der Veränderung, der plötzlich weht, haben Angst ihren Status Quo aufgeben zu müssen, ihre Komfortzone zu verlassen, Abstriche in Kauf zu nehmen und die Macht der Gewohnheit ziehen zu lassen. Spott und Häme durchzieht das Netz, man beschimpft sie, zum Teil aufs Übelste. Plötzlich ist ein Pulk von selbsternannten Wissenschaftlern entstanden, die in ihrer grenzenlosen Dummheit versuchen, jede von ihr, noch so nachvollziehbare These zu entwerten und zu entkräften.

Und ich frage mich, wo bin ich hier eigentlich gelandet?

Frollein Rottenmeier

Liewe Saarlänner

Ihr Saarländer seid gesellig und stolz auf eure kulinarischen Größen, eure Köche. Un wie na sprochen is enfach kloar.

17. November 2017

Liebe Saarländer/innen, falls ich den Eindruck erweckt habe, ich würde Eure Sitten, Gebräuche und Traditionen nicht achten so täuscht der Eindruck. Ich selbst bin sehr traditionell, ich bin verheiratet, ich mag die Stimmung der Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten gefällt mir sehr. Ein Tannenbaum kommt mir jedoch nicht ins Haus weil ich Tannen lieber im Wald sehe als sie, wenn sie ausgedient haben auf irgendwelchen Rasenflächen gestapelt, bereit zur Abholung liegen zu sehen aber das ist zugegeben Geschmacksache. Ich mag es schwenkendes Grillgut zu beobachten, das über offener Flamme sorgfältig und liebevoll zubereitet wird, darum gibt es das auch das ganze Jahr hindurch jedes Wochenende.

Überhaupt mag ich Eure kulinarischen Besonderheiten, die Kohlehydrat reich jeden Bergmann sättigen, wie „Dibbelabbes“, „Mehlknepp“ „Hoorische“ oder „Geheiratete“. Insgesamt Eure Lust am Genuss, die die Stimmung hebt weil dabei jede Menge Glückshormone ausgeschüttet werden. Ihr seid gesellig und stolz auf Eure kulinarischen „Größen“, Eure Köche. „Un wie na sprochen is enfach kloar“. Ich liebe auch die Grenznähe zu Frankreich und Luxemburg denn auch das prägt Eure Art weil sich Kulturen vermischt haben.

Ich fühle mich hier viel naturverbundener als in meiner Heimat weil ich ihr näher bin. Das Saarland ist ein kleines Bundesland, das wirklich viel zu bieten hat. Ihr seht, ich erkenne Eure Traditionen an und auch Werte sind mir wichtig. Werte wie, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Verschwiegenheit, Verlässlichkeit oder Großzügigkeit. Ich bin gerne ironisch weil ich als rheinische Frohnatur mit dem Grundsatz aufwuchs: „Humor ist wenn man trotzdem lacht“! Das meint wenn ich etwas nicht ändern kann, das mich stört dann versuche ich das nicht so ernst zu nehmen und das ist nicht zu verwechseln mit Respektlosigkeit.

Ja, das war auch schon alles. Ich bedanke mich für Eure Toleranz, freue mich dass Ihr mich integriert habt und dass ich hier sein darf. In diesem Sinne ein ganz wundervolles und friedvolles Wochenende Euch allen.😍🤗 Frollein Rottenmeier

Frollein Rottenmeier bockt…nein blogt.

Ich werfe ein freundliches Hallo in die Runde und stelle mich ganz kurz vor. Ich heiße Marion aber ihr könnt mich Marie nennen. Ich schreibe schon eine ganze Weile und habe bisher regelmäßig Texte via Facebook gepostet. Nachdem nun die ermunternden Stimmen meiner Mitmenschen lauter wurden als die mahnenden Stimmen in meinem Kopf, hielt ich den Zeitpunkt für wie gerufen, mich den Zeichen der Zeit anzupassen und so blogge ich jetzt. Ich gab mir den imaginären Namen Frollein Rottenmeier weil meine Mutter mich damals Frollein nannte wenn ich wieder einmal über die Stränge schlug. Rottenmeier hieß die strenge Hausdame bei Heidi und da ich mich ein wenig in ihr wiedererkenne, ist der Name Programm. Ziel dieses Blogs ist es meine geneigten Leser munter zu unterhalten. Ihr findet im folgenden eine bunte Mischung aus ironischem, satirischen, zornigen, humorvollen, melancholischen…ach seht selbst! Ich wünsche eine gute Reise. Liebe Grüße Marie