Der Sommer atmet aus

Noch zeigst du uns an milden Tagen
wozu du gerne fähig bist,
lässt Schmetterlinge tanzen
bis das Licht erloschen ist.

Die warme Luft, die ich verspürte,
weicht unbeirrt dem vollen Mond,
der entschlossen hoflos leuchtet,
bis die Kälte über allem thront.

Die alten Weiber sind gekommen
und bringen Sturm mit aller Macht.
Blätter wehen durch die Lüfte,
in allerschönster Farbenpracht.

Rot, Gelb, Gold und Erdentöne
strahlen nun im Wiesengrün,
das satt und saftig leuchtet,
bis die Blumen nicht mehr blüh´n.

Der Morgen wird beherrscht,
von Feuchtigkeit und Nebelschwaden,
sie verzaubern Spinnennetze
in der Früh´, in Wasserperlenfaden.

Die Ernte ist längst eingefahren,
das Vieh wird in den Stall gebracht.
Vögel ziehen in den Süden
weil der Winter draußen wacht.

Das Ofenfeuer prasselt leise,
ruft knisternd nach Gemütlichkeit.
Frauen wecken ein und kochen Eintopf
und verbreiten schallend Heiterkeit.

Der Wechsel zeigt Vergänglichkeit,
die über allem liegt.
Die Leichtigkeit weicht einer Tiefe,
die im Winter überwiegt.

Ich mag sie, diese bunte, nasse
oftmals trübe, dunkle Zeit.
Du klopfst an, trittst ein
und im Hause wirkt Geborgenheit.

Mein Herz wird warm,
ich träum´mich in den Winterschlaf
und spüre schon die Freude,
die mich im letzten Frühling traf.

Frollein Rottenmeier

Der Sommer atmet aus

Ich surfe bei Zeiten durchs Netz und schaue, was meine Freunde, Bekannten und auch die vielen Menschen, die ich gar nicht kenne und die dennoch mein Interesse geweckt haben so machen. So sehe ich euch fast täglich, nicht müde werdend gegen allerlei Hetzpostings aufbegehrend, mutig dagegen haltend, sich aufreibend in der Argumentation gegen die, die sich augenscheinlich nach einem anderen politischen System als unserem demokratischen sehnen. Ich finde es immer noch richtig in den Diskurs zu gehen mit denen, die die Verantwortung für ihr eigenes Leben abgeben um die Schuld bei anderen zu finden und ihre Wut hinaus zu grölen. Ich finde es immer noch richtig sich den Leugnern der Klimakatastrophe entgegenzustellen und Rückrat zu zeigen. Ich selbst bin müde geworden und fühle mich zunehmend unwohl in diesem Kampf bei dem es keine Gewinner gibt. Für mich ist es kaum vorstellbar, dass alle diese Menschen, die deutlich erkennbare Unwahrheiten teilen selbst glauben, dass sie der Wahrheitsfindung dienen aber in der Diskussion beharren sie einfach stur weiter darauf, werden am Ende frech und erreichen ein beschämendes Niveau, dass ich eher in einem Kindergarten erwarten würde. Ich bin müde geworden Menschen dabei zuzuschauen, wie sie die Schuld bei anderen suchen, bei unseren Politikern, bei Greta, bei Asylsuchenden, die den Disput ihres eigenen Lebens, ihre stete Unzufriedenheit und eigene Belanglosigkeit jeden Tag, im Wettstreit mit anderen nach außen tragen.

Der Sommer atmet aus und ich beginne mich zu fragen, was wirklich wichtig ist und finde ein paar Antworten, die zuvor nicht so präsent waren. Mir ist enorm wichtig, dass ich den Menschen, die mir nahe stehen vertrauen kann. Mir ist wichtig, mich durch meine Sprache sauber auszudrücken und drohende Missverständnisse zu klären. Ich habe immer noch ein großes Bedürfnis nach Harmonie, ich schätze Gleichklang und Sicherheit. Gesundheit ist mir wichtig weil ich merke wie mit ihrem Schwinden meine Lebensqualität abnimmt. Gute Beziehungen zu den wenigen Menschen von denen ich mich umgeben sehe sind mir sehr wichtig. Dann noch ein wenig Musik, etwas Gesang, ein bisschen Malerei und Handwerk und fruchtbare Gedanken. All das ist so wichtig für mich wie ein gutes Essen, ein schmackhafter Wein, küssen, Liebe, Umarmungen, Zuhören und gehört werden.

Frollein Rottenmeier

Die üble Nachrede

Ich kenne niemanden, der davon verschont bleibt. Eines Tages erfährst du etwas über dich, das du bis dahin selbst nicht über dich wusstest. Plötzlich schwirren Gerüchte über dich durch die Welt, die in dir das Bedürfnis entstehen lassen deine Umwelt über dich aufzuklären, dass es nicht wahr ist, nicht stimmt, du so nicht bist wie behauptet wird. Als das soziale Wesen, das du eben bist, wünscht du dir gesellschaftliche Akzeptanz, Wertschätzung und Anerkennung. Du erlebst es als verletzend wenn man Dinge über dich erzählt, die nicht deiner Wirklichkeit entsprechen. Du kennst diese Form der Geringschätzung aus deiner Jugend, wo es mit dem Beobachten deines Kleidungsstils begann. Du entwickeltest dich mit einem bestimmten Bewusstsein darüber was cool ist, was ankommt und was gar nicht geht. Du bekamst das Ergebnis deines Geschmacks oder dem Einkommen deiner Eltern direkt zu spüren und hattest, dementsprechend mehr oder weniger Freunde. Vielleicht neigst du heute dazu dich anzupassen um nicht wieder zu missfallen. Die Gerüchte über dich, die dir als Erwachsener begegnen sind so vielfältig wie verletzend. Nach der letzten Party verachtete man dein Kleid als eines von der Stange, läuft wohl nicht mehr so bei dir und deine Haare hätten auch mal eine neue Färbung gebraucht. Deine Nachbarn halten dich für unfähig deine Kinder zu erziehen weil sie sonntags ungehalten durch den Garten toben. Deine Entscheidung als Single durch die Welt zu ziehen zeigt einfach, dass du beziehungsunfähig bist. Als deine Partnerin dich verlassen hat wussten alle, dass du ein egoistischer Drecksack bist und als sie dir das Haus leer geräumt hat, hast du es nicht anders verdient. Du bist einfach nur dumm wenn du nicht bemerkst, dass dein Partner dich betrügt. Du findest keine Arbeit weil du faul bist, du willst ja gar nicht. Du bist eine Schlampe, eine Nutte, einfach nur dumm, arrogant, ein Gauner und Betrüger und alle haben das gewusst, nur du nicht. So läuft dieses Spiel, das Menschen spielen, die nie erwachsen geworden sind, deren Horizont im Alter eines 14 jährigen hängen geblieben ist. Diese Menschen geben vor alles über dich zu wissen aber nicht nur über dich sondern auch über Peter, Inge, Giesela, die Frau Hinz und den Hernn Kunz. Sie brauchen diese Lästereien weil es sie davon ablenkt ihre eigenen Schwächen, Unzulänglichkeiten und Unfähigkeiten wahrzunehmen. Sie müssen dein Leben in ein Drama verwandeln weil ihr eigenes so bedeutungslos und nichtig ist. Sie beneiden dich weil sie sich mit dir messen und du bei ihrem Vergleich einfach besser abschneidest. Sie missgönnen dir alles was sie nicht haben. Sie fühlen sich so minderwertig wie sie sind und möchten sich größer und wichtig machen. Und manchmal zerstören sie Existenzen, wie selbständige Unternehmer aber auch Familien erfahren mussten. Du kannst darüber traurig sein, dich verletzt zurück ziehen, dich rechtfertigen, dagegen angehen, das wird nichts ändern. Du wirst diese Menschen nicht ändern. Lerne sie wahrzunehmen wie sie sind, als im Herzen hart, im Geiste arm, unglücklich, unfähig zu tiefer Liebe oder befriedigenden Beziehungen, nicht in der Lage Zufriedenheit zu erlangen und weit weit entfernt vom Glück. Lerne zu dir zu stehen, dir selbst zu vertrauen, nimm deine Stärken wahr und erkenne deine Schwächen an und nimm es nicht persönlich, es hat nichts mit dir zu tun oder damit wie du wirklich bist, das weiß auch niemand außer dir. Du wirst einzig und allein für ein übles Spiel benutzt. Für mich ist es hilfreich selbst einmal ganz unten gewesen zu sein und darauf zurückzublicken was ich trotzdem alles aus eigener Kraft geschafft habe. Für mich ist es heute unerheblich wenn andere falsches über mich denken denn nur ich kenne meine Beweggründe. Ein guter und sicherer familiärer Hintergrund ist ebenso hilfreich wie der ehrliche Austausch in Beziehungen und Freundschaften um das Spiel nicht weiter mitzuspielen.

Frollein Rottenmeier