Das Bild der Frau 2019

Ina Deter sang „Neue Männer braucht das Land“ und Nina Hagen zeigte mir im Ersten deutschen Fernsehen, wo der G-Punkt ist, als ich noch nicht einmal wusste , dass es ihn gab…

14. Februar 2019

Ich bin verwirrt und suche Gleichgesinnte, weil ich das „Bild der Frau“ in unserer Gesellschaft, nicht mehr so ganz greifen kann. Die höchste Anerkennung zu finden, scheint das Püppchen, mit dem beschleunigten Stoffwechsel, das problemlos energiereiche Nahrungsmittel, wie Steaks und Bier, in sich reinschaufeln und schütten kann. Es weiß sich adrett zu kleiden, ist ganzkörperrasiert und cellulitefrei. Es kommt bei seiner Umwelt gut an, weil es an den richtigen Stellen zu lachen weiß. Es muss nicht unbedingt helle sein, das wird sogar als störend empfunden, aber Pferde stehlen können, wäre hilfreich. Sie heißt Barbie, strahlt uns von jedem Hochglanzmagazincover gewinnend an und scheint ein veraltetes Frauenbild zu prägen. Die unerträgliche Leichtigkeit, mit der ihr alles gelingt, macht uns „Anderen“ zu schaffen, wenn wir am Abend in Rutschklamotten, vor dem Fernseher Chips in uns reinkrümeln. Sie frustriert uns „Normalen“ gut genährten Frauen, in unserer Gemütlichkeit. Wir, die wir lieber Wal, statt Meerjungfrau sein möchten. Ihr Freund heißt Ken, ist blond, attraktiv und sportlich. Er trägt die Tatoos auf dem rechten Fleck, seine Ganzkörperrasur unterstreicht seine metrosexuelle Auffassung und erweckt den Anschein, nach allen Seiten offen zu sein. Er kann die Haare sowohl lang, als auch kurz tragen, denn beides steht ihm.

Wir „Normalen“ sind da ganz anders, manche von uns sind kräftig, andere sind taff, unabhängig und eigenständig. Einigen ist es egal, was andere über sie denken, sie gehen sogar ungeschminkt aus dem Haus. Ganz wenige von ihnen sind sogar so erfolgreich, dass sie ganze Länder führen, so erfolgreich, dass man ihnen gleich alle möglichen Eigenschaften und Schimpfwörter nachsagt, die nicht erstrebenswert sind. Die ganz „Normalen“ unter uns, die so erfolgreich sind, dass sie eine Familie ernähren können, sind immer noch sehr selten. Weit verbreiteter sind die „Normalen“, die sich gezwungen sehen, noch einen abzukriegen, um irgendwann ein kleines Haus mit Garten, ihr Eigen nennen zu können, weil ihr Einkommen zu gerig ist. Die „Normalen unter uns, die da oben angekommen und gutaussehend sind, haben sich, so sagt man, da hoch geschlafen. Die Anderen von uns, die von dem Herrn, der angeblich da oben thront, weniger hübsch ausgestattet wurden. Die haben ihren Erfolg, ihrer Disziplin, Härte ihrem Durchsetzungsvermögen, ihrer Wirksamkeit und Selbständigkeit zu verdanken. All den Attributen, die man im 18. Jahrhundert nur Männern zuordnete, weshalb man sie auch gerne als vermännlicht bezeichnet. Erfolgreiche Frauen, scheinen in unserer Gesellschaft immer noch das Bild eines Zwitterwesens zu assoziieren, das sich selbst befruchtet und wenig Beifall erntet.

Ich erinnere mich wie vielversprechend, die Emanzipation Einzug gehalten hatte. Alice Schwarzer schrieb bissige Texte, später hinterzog sie Steuern, wie die besserverdienenden Männer, die sie früher beschimpfte. Ina Deter sang „Neue Männer braucht das Land“ und Nina Hagen zeigte mir im Ersten deutschen Fernsehen, wo der G-Punkt ist, als ich noch nicht einmal wusste, dass es ihn gab. Die Grünen saßen bunt im Bundestag und strickten. Was hat sich seitdem wirklich verändert, außer, dass erzwungener Beischlaf in der Ehe seit 1997 strafbar ist, worüber man zuvor 25 Jahre lang diskutierte. Die Förderung der Gleichberechtigung der Frau, in der deutschen Sprache hält Mann und sogar viele meiner Mitstreiterinnen für ein irrsinniges Geplänkel, irgendwelcher alteingesessenen, übriggebliebenen Emanzen, die wohl den Schuss nicht gehört haben. Dabei sollte eigentlich jedem klar sein, dass Sprache Bewusstsein schafft. Das „Bild der Frau“in den Köpfen unserer Gesellschaft, im kollektiven Bewusstsein wabert noch, es ist noch nicht so ganz das, was es sein kann. Das gleiche Recht für alle, auf Augenhöhe, Anerkennung, Akzeptanz, Wertschätzung.

In diesem Sinne grüßt mir den Valentin ihr Lieben! ❤️💋

Frollein Rottenmeier

Internationaler Tag der Frau

8. März 2018

Die Einführung eines „Internationalen Tag der Frau“ entstand in Deutschland aus der Initiative sozialistischer Organisationen. In der Zeit um den 1. Weltkrieg rief die deutsche Sozialistin Clara Zetkin, angeregt durch eine Idee aus den USA zu einem Gedenktag auf. In den USA gründete schon 1908 ein sozialistisches Frauenkomitee den „Gedenktag der Frau“. Zu erreichende Ziele waren die Gleichberechtigung der Frau, das Frauenwahlrecht und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Die vereinten Nationen machten erstmalig 1975 auf den „Tag der Frau“ aufmerksam, durch Angestellte des UN Sekretariats, die auf Missstände durch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz hinwiesen und seitdem fällt dieser Tag auf den 8. März. Regelmäßig gefeiert wird der Tag seit 1995, um weltweit für eine bessere Bildung für Mädchen zu kämpfen. Weitere Themen, die dringende Beachtung finden sollen, sind die genitale Verstümmelung von Mädchen, die Kinderheirat und die Gewalt gegen Frauen und Mädchen grundsätzlich, v.a. jedoch in Kriegsgebieten. Der „Internationale Tag der Frau“ ist also im klassischen Sinne kein Tag des Schmusekurses und der Komplimente wie:“Schön, dass es euch gibt“. obwohl ich diese Komplimente schätze, sondern im eigentlichen Sinne, der Tag an dem darauf hingewiesen wird, dass es weltweit immer noch zahlreiche Frauen gibt, die eben nicht gleichberechtigt sondern übelst benachteiligt sind und auch der Tag, an dem zum Weltfrieden aufgerufen wird. Ich persönlich finde die Kombination aus dem Gedenken an Frauen und Weltfrieden um so passender, je älter ich werde.;) Und auch bei uns gibt es noch viel zu tun, denn in Deutschland leiden mehr Frauen unter Altersarmut als Männer. Frauen werden öfter Opfer häuslicher Gewalt als Männer. Frauen bekommen bei gleicher Leistung immer noch weniger Lohn als Männer.

In diesem Sinne einen sonnigen, gleichberechtigten Tag euch.

Frollein Rottenmeier