Der youtuber Rezo

Der 26 jährige Influencer, der sich Rezo nennt, veröffentlichte kurz vor der Europawahl ein Video, worin er mit den Volksparteien CDU, SPD und den Rechtspopulisten der AFD abrechnete. Sein Video wurde bis heute 4,8 Mio. mal aufgerufen. Er ist Produzent von Webvideos und geht mit zwei Youtube Kanälen seit 2012 viral, auf denen er hauptsächlich Musik- und Comedyvideos hochläd. Er gehört zum Influenzer Netzwerk Tube one, das zu Ströer Media gehört. Rezo studierte nach eigenen Angaben Informatik und machte 2016 den Master of Science. Seit September 2012 folgen ihm zunehmend Menschen. Er hat bis heute 1,6 Mio. Follower und ist einer der erfolgreichsten Musik Youtuber Deutschlands. Auf seinem 2. Kanal „Rezo ja lol ey“ folgen ihm 670.000 Menschen. Er betreibt eine Firma mit Produktionsleiter, Manager und Fanshop.

„Viele Influencer erreichen auf Plattformen wie Youtube mehr Menschen als Journalisten. Problematisch wird das, wenn sie finanzielle Interessen verfolgen, aber wie authentische Nachbarsjungen von nebenan wirken“. Frankfurter allgemeine Zeitung, Justus Bender und Constantin van Lijnden

Das Wort influence kommt aus dem englischen und bedeutet beeinflussen. Es wird auch Multiplikatoren Marketing genannt. Online Marketing Unternehmen bedienen sich gezielt Meinungsmachern (Influencern) und damit Personen mit Ansehen, Einfluss und Reichweite. Erfolgreiche Beeinflusser verfügen über soziale Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Sie zeigen Hingabe, wirken konsistent und engagiert und fachlich kompetent. Sie werden von ihren Followern als Experten angesehen und gelten als vertrauenswürdige Vorbilder, deren Meinungen und Empfehlungen beachtet werden. Dadurch können sie die Wahrnehmung und den Abverkauf von Waren und Dienstleistungen beeinflussen.

Mit einem Foto bei Instagram verdienen z.B. Caroline Daur, Xenia von der Woodsen oder Leonie Hahne von OhhCouture Hunderte, wenn nicht tausende Euro. Sie sind Blogger, Youtuber oder Instagramer, haben sich tausende Follower erarbeitet und eine Reichweite, die Unternehmen für sich entdeckt haben. Im Tausch gegen Werbung und Produktplatzierung auf ihren Kanälen, finanzieren die Firmen den Top-Influencern einen Luxus Lifestyle.

Mir gefällt sein Video! Es ist bis auf etliche Schnitte gut gemacht, einzig sein Rumgefuchtel macht mich nervös und die Information leidet ein wenig, aber das scheint Teil seines Ausdrucks zu sein. Ich sehe einen intelligenten aufgeschlossenen jungen Mann, der eine Meinung hat. Die statistischen Werte, die er liefert mögen nicht immer ganz genau stimmen, weil nicht alle Fakten einbezogen wurden, aber im großen und ganzen hat er Tatsachen angesprochen, die nicht von der Hand zu weisen sind. Zuerst dachte ich, schon wieder so ein Zeitgenosse geboren aus unserer neueren Empörungsgesellschaft, aber dann bekam auch ich mit, dass er sich Gedanken über Lösungsansätze gemacht hatte und ansprach.

Es scheint tatsächlich schwierig für die großen Volksparteien realistisch und glaubhaft Stellung zu nehmen. Die parlamentarische Demokratie im digitalen Zeitalter läuft langsamer oder besser, hat eine andere Zeitrechnung. So sehen wir auf der einen Seite den staatstragenden Apparat, der alle Kritik diskreditiert, verschleppt, verhöhnt, verschweigt und aussitzt. Auf der anderen Seite scheinbar einen einzelnen.

Ich gönne Rezo den Traffic, den Zugewinn seiner Reichweite quasi über Nacht. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und seine Idee war gut. Gleichwohl macht mir etwas daran Sorge und beschäftigt mich. Es ist das Problem der Meinungsmache, der Beeinflussung aus der viralen Welt, dort wo sich eine Idee ausbreiten kann wie eine Krankheit. Wenn charismatische junge Menschen gegen entsprechendes Entgeld benutzt werden können, Dienstleistungen, Waren oder Meinungen dort hin zu transportieren, wo genug gutgläubige Menschen sitzen, dann möchte ich auf eine nicht zu unterschätzende Gefahr hinweisen.

Frollein Rottenmeier

Wie man sich auf Social Media nicht verhält

In dieser teils heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook, beobachte ich , seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt…

28. September 2018

Kommunikation hat seit vielen Jahren eine immer größer werdende Anerkennung bei mir gefunden. Meine Großmutter mütterlicher seits war besonders sprachbegabt und wäre ich disziplinierter, wäre ich das auch. Immerhin widme ich mich hingebungsvoll meiner Mutter,- unserer Landessprache, die ebenso schön wie kompliziert ist. Ich liebe den gelingenden Austausch, das Mitteilen und mich verstanden fühlen. Es regt mein Belohnungszentrum ähnlich an wie guter Sex oder ein gutes Essen. So kann ich ganz und gar berauscht und Dopamintrunken aus einem guten Gespräch hervorgehen und noch Tage davon zehren.

In dieser teils heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook beobachte ich seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt. Aus ganz eigenen schmerzlichen, jahrzehntelangen Erfahrungen weiß ich, dass Klugscheißerei keine große Anerkennung findet. Sicher, ich kam mir klug und jovial vor wenn ich mich wieder einmal herausgefordert fühlte meine grenzenlose Intelligenz unaufgefordert zur Schau zu stellen. Mein Gegenüber allerdings zog sich launisch und gekränkt zurück, um in aller Stille zu verarbeiten wie sehr er sich von mir bevormundet und unterschätzt fühlte.

Mir ist auch aufgefallen dass, sich in ein laufendes Gespräch – wie sich bei kommentierten Postings häufiger die Möglichkeit bietet – einzuklinken, ohne das Posting gelesen oder verstanden zu haben, für wenig Freude auf der anderen Seite sorgt. Dieses Verhalten dient oftmals der reinen Selbstdarstellung. Hier wird die Gunst der Stunde genutzt etwas unter ein Posting zu klatschen was einfach nur auf sich selbst aufmerksam machen möchte. Es erweist sich als ähnlich wenig hilfreich wie Klugscheißerei um zum Ziel „Dialog“ zu führen.

Gerade in Gruppen, in denen sich viele Menschen des gleichen Berufstandes tummeln beobachte ich stets aufs Neue die sowohl unnötige als auch lästige Eigenschaft des Kompetenzgerangels. Der Rangler fühlt sich unterlegen und versucht – was eigentlich keiner wünscht – davon abzulenken, indem er sich als besonders erfahren auf seinem Gebiet, quasi als Koryphäe aufspielt. Dieses Verhalten kommt bei vielen Gruppenmitgliedern so schlecht an, dass sie dynamisch zurück treten.

Ein weiterer Faktor, der Kommunikation misslingen lässt ist Missgunst. Der Missgünstigte spürt den Neid, der wie ein Stachel ins Gewebe dringt auch wenn er nur sehr leise gespuckt wird.

Schuldzuweisungen sind äußerst beliebt und im Grunde schon längst zu einem begehrten Volkssport geworden. Es sind alle anderen Schuld: Die Merkel, der Stoiber, der Spahn, der Seehofer, die Roth, die Nahles, der Özil, der Yeti, die Hitze, der Regen, die Zeitumstellung, der Bergbau, der Diesel, die Windräder. Bei Schuldzuweisungen sind sich erstaunlich viele Menschen einig aber nur solange sich der Klugscheißer und der Selbstdarsteller raushalten.

Ich stelle fest, es gibt enorm viele Denk,- oder Verhaltensweisen, die ausgesprochen dienlich dazu beitragen, sich unbeliebt zu machen. Dem Einen gefällt das ausgesprochen gut weil er sich selbst als individualistischen Querkopf mit großem Charakter sehen möchte und nicht als den unsozialen narzistischen alten Sack der er eigentlich ist, dem anderen gefällt das unbeliebt Sein nicht.

Ich persönlich bevorzuge die Gemeinschaft, den freundlichen Austausch, die feine Art, ich mag das Zugehörigkeitsgefühl. Was gelingende Kommunikation ausmacht ist sicher auch in erster Linie der Wunsch, den anderen zu verstehen. Auch wenn es vor kommt nicht auf einen Nenner zu kommen, anderer Meinung zu bleiben, dann ist es hilfreich den anderen so sein zu lassen wie er ist, es gibt nichts zu gewinnen. Manchmal macht es auch Sinn, Grenzen zu setzen, dabei ist ein klares Nein glaubwürdiger als ein wortreiches Nein, das Zweifel hinterlässt und Kompromissbereitschaft signalisiert. Letztendlich sind die Regeln für gelingende Kommunikation ganz einfach:

„Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füge keinem Anderen zu“!

In diesem Sinne meine Freunde, gutes Gelingen 🍀🙏❤️

Frollein Rottenmeier

Meine Regeln auf Social Media

Mir ist klar, dass Menschen nicht von Grund auf schlecht sind aber bei einigen wird mir schlecht…

21. September 2017

Ein wunderschöner Sonnentag um Entscheidungen zu treffen. Ich stehe nicht mehr Jedem zur Verfügung, denn ich entdecke die Blockierungsfunktion. Den Meisten wird es nicht entgangen sein, ich polarisiere, d.h. die Meinungen zu meiner Person gehen konträr auseinander. Die Einen mögen mich, die Anderen hassen mich, damit kann ich prima leben auch konstruktive Kritik kommt gut bei mir an, hilft sie mir doch wahr zu nehmen was ich selbst nicht sehen kann.

Ich halte mich für einen toleranten Menschen, der offen ist für andere Meinungen und zumindest in Erwägung zieht darüber nachzudenken statt gleich darüber herzufallen, frei nach dem Motto:“Erst denken dann Klicken“! Ich halte mich für interessiert und bin bisweilen regelrecht neugierig, ein Klischee bedient die Annahme, dass „Frauen“ so sind. 🙂 Ich bin harmoniebedürftig aber nicht konfliktscheu. Eine meiner Neigungen ist es, Menschen zu belehren, ich mache das nicht freiwillig, es überkommt mich einfach. Eine schlechte Angewohnheit, die ich zu vermeiden oder wieder gut zu machen versuche wenn meine Fähigkeit zu reflektieren mich das Erkennen lässt. Ich bin eitel und ehrgeizig und erkenne je älter ich werde, dass diese Kombination ein Leben erschweren kann. Ich bin scharf auf Anerkennung und Wertschätzung weil ich mir davon noch nicht genug selbst geben kann. Je nach Tagesform neige ich dazu labil auf andere Meinungen zu reagieren, was mich zutiefst traurig machen kann.

Und natürlich möchte ich, dass Ihr mich gern habt aber nicht um jeden Preis. Ich habe mich in dieses Leben mittlerweile ganz gut eingelebt, es hat lange gedauert doch nun bin ich zufrieden und angekommen. Ich habe gelernt mich zu mögen, bisweilen auch zu lieben und ich fühle mich geliebt. Ich weiß nicht wie viel Zeit mir noch bleibt, niemand weiß das und daher möchte ich diese Zeit nicht mehr verplempern an Menschen die die ganze düstere Emotionskaskade in mir auslösen, die eigentlich niemand fühlen möchte. Ihr wisst schon, mich ungeliebt fühlen, unfähig, klein, hilflos u.s.w. Mir ist klar, dass kein Mensch von Grund auf schlecht ist aber bei Einigen wird mir schlecht. Daher dulde ich ab heute folgendes nicht mehr: Menschen, die sich in meinen Postings auf meine Kosten als „Mutter Baimer “ aufspielen

Menschen, die meine Posts unsachlich und respektlos kommentieren oder persönlich verletzend werden.

Menschen, die meine Posts dazu nutzen ihre Minderwertigkeitskomplexe in Form von Kompetenzgerangel auszuleben.

Menschen, die so profilierungsgeil sind, dass sie nicht mehr in der Lage sind Buchstaben aneinander zu reihen und den Sinn eines Satzes zu verstehen.

Menschen, die sich in meinen Posts missgünstig, neidisch und eifersüchtig äußern (ich habe sehr feine Antennen)

Menschen, die mir post pubertäre Spielangebote machen, indem sie mich heraus zu fordern versuchen, mir eine Blöße zu geben, um dann auf mir rum zu trampeln. All das führt erfahrungsgemäß zu Nichts außer diesen komischen Gefühlen die eigentlich niemand will und zu verschwendeter Zeit. Mir ist bewusst, dass es auf dieser Welt viele herzensgute Menschen gibt, Menschen wie meine Wahlfamilie und denen gehört meine uneingeschränkte Konzentration und Aufmerksamkeit.

In diesem Sinne, Euch allen, die das Hier lesen können, eine aufmerksame und friedvolle Zeit. Alle Anderen Tschüss

Frollein Rottenmeier

Mein personalisiertes Facebook

Wenn ich „Mein Facebook“ personalisiere dann, weil ich gut auf Gewalt, Sexismus, Machtmissbrauch, Unfälle, Tierquälerei und Intoleranz verzichten kann…

10. August 2017

Mir ist nicht wurst ob Ihr Veganer seid aber ich bin ja auch keine grimmige, ältere Frau. Ich bin eine fröhliche, aufgeschlossene ältere Frau 😉 Mich interessiert was Ihr esst, wen Ihr liebt, wer Euch stört, was Ihr geschafft habt oder für was Ihr ausgezeichnet wurdet. Eure eigenen Fotos, ebenso wie die von Euren Kindern, Tieren und Blumen. Einfach alles was Euch menschlich, liebenswert und auch ein wenig gruselig macht, denn wir werden nicht immer meiner Meinung sein und das ist gut so.

Wenn ich „Mein Facebook“ personalisiere dann, weil ich gut auf Gewalt, Sexismus, Machtmissbrauch, Kriege, Unfälle, Tierquälerei und Intoleranz verzichten kann, denn wenn ich solche Bilder sehe dann ist mein Tag gelaufen. Auch Politik stimmt mich verdrießlich, weil sie ähnlich viele Menschen entzweit, wie Religion und weil mir das ständige egoistische Kompetenzgerangel nicht mehr abgeht, es entspricht nicht mehr meiner Realität. Mir ist bewusst, dass es all das da draußen gibt, ich habe ja selbst schon ein Leben gelebt. Ich höre mir auch im Alltag viele solcher Geschichten an und versuche Opfern zu helfen, mit dem Erlebten klar zu kommen. Deshalb lehne ich ab, mich in meiner Freizeit mit solch brisanten Themen auseinander zu setzen und begrüße meine ganz eigene Personalisierungsfunktion. In diesem Sinne, einen friedvollen Tag Euch allen.

Frollein Rottenmeier

Facebook ist nicht Tinder oder Anmache im Netz

9. Juni 2017

Mir kurz Luft machen…ich möchte nicht dazu eingeladen werden mit jemandem zu schreiben damit wir uns kennen lernen. Ich habe alles was ich brauche in meinem Leben, einen Mann, 3 Hunde, eine Katze und damit ganz wunderbare Beziehungen und selbst wenn Du der liebe Gott persönlich bist, unsere Zeit ist noch nicht gekommen. Ich möchte auch nicht von irgendwelchen Männern, die sich als Frauen ausgeben benachrichtigt werden, dass sie so was, wie mir zu sagen, dass sie mich attraktiv finden, noch nie gemacht haben und ihr Mann das nicht wissen sollte. Wenn ich außereheliche sexuelle Praktiken wünsche dann seid Euch sicher, ich werde auf Euch zu kommen, bis dahin haltet Euch bitte zurück. Ich tue mich schwer damit angestupst zu werden, weil ich nicht weiß was das bedeutet, deshalb reagiere ich nicht darauf, nehmt es nicht persönlich. Ich möchte keine Sticker gesendet bekommen, denn ich bin 48 Jahre alt und kein Kind mehr, mit mir kann man ganz normal sprechen.

In diesem Sinne, allen die mich wirklich mögen, ein friedvolles Wochenende 😘 Frollein Rottenmeier