Der Geist der Weihnacht

Für viele andere Menschen scheint der, dem Geist der Weihnacht voraneilende Konsum viel wichtiger zu sein.

18. Dezember 2018

Der Geist der Weihnacht… Ich sitze an meinem Schreibtisch und habe Zeit, nutzbare Zeit. Ich bin stark erkältet und es ist unerheblich, ob ich im Bett liege und schwitze, oder auf meinem Stuhl sitzend, das Prinzip ist das Gleiche. Ich habe Zeit, nutzbare, gewinnbringende Zeit… Ich sinniere über die besinnliche Weihnachtszeit und stelle fest, wieviel Bedeutung eigentlich in dem Wort besinnlich steckt. Bedeutet es doch, sinnlich sein, also in sich gehen, mit allen Sinnen wahrnehmen, was da ist. Es bedeutet den Weihnachtspunsch ebenso zu schmecken, wie das wärmende Feuer des Ofens zu spüren. Ebenso, das Wahrnehmen und Sehen derer, die ich Liebe und das Hören der inneren Stimme, die mir stets etwas zu sagen hat und leider oft im lärmenden Alltag untergeht. Besinnlichkeit bedeutet auch, Sinn finden, in all dem Unsinnigen, mit dem wir uns das ganze Jahr herumschlagen. Es bedeutet ebenso, zur Besinnung kommen, anhalten, aussteigen, wieder klar werden. So fühlt er sich an mein Geist der Weihnacht…

Für viele andere Menschen scheint, der dem Geist der Weihnacht, voraneilende Konsum viel wichtiger zu sein. Der Wunschzettel ist rasch geschrieben, ein über das Jahr angewachsenes, unerreichtes Sammelsurium an Gütern. Was nicht gefällt wird umgetauscht. Der „Konsum“, das „Haben müssen“, beschreibt das Begehren, das wir spüren, um einen persönlich empfundenen Mangel zu beheben. Dieses Begehren, ist für viele an Stelle von Religion, Familie und politischer Ideologie gerückt. Während unsere Identität früher davon abhängig war, von wem wir stammten, oder wie gottgefällig wir waren, finden wir unsere Zugehörigkeit heute eher, über die Dinge, die wir kaufen. Wir wollen alles und brauchen nichts. Unser Konsumverhalten ist über ein, Zuviel des Guten hinausgewachsen und findet heute erst Zufriedenheit, weit jenseits eines, ich gönne mir jetzt mal ein paar Trüffelhobel auf meinem Kartoffelstampf. Es darf gerne auch noch das Louis Vuittontäschchen sein, dessen Krokoleder so viel schöner glänzt als ich, im grellen Scheinwerferlicht. Wir stimulieren unser Belohnungssystem, auf dass es genug Dopamin ausschütte, damit wir kurz wohlig darin baden könnnen. Ein teures, rein biologisches Verhängnis, oder eben auch der Verlust unserer Werte, wie, Genügsamkeit, Bescheidenheit, Disziplin, Demut und Dankbarkeit?

Der Geist der Weihnacht… In diesem Sinne Euch allen eine besinnliche Zeit. ❤️🙏 Frollein Rottenmeier