Der Sommer atmet aus

Noch zeigst du uns an milden Tagen
wozu du gerne fähig bist,
lässt Schmetterlinge tanzen
bis das Licht erloschen ist.

Die warme Luft, die ich verspürte,
weicht unbeirrt dem vollen Mond,
der entschlossen hoflos leuchtet,
bis die Kälte über allem thront.

Die alten Weiber sind gekommen
und bringen Sturm mit aller Macht.
Blätter wehen durch die Lüfte,
in allerschönster Farbenpracht.

Rot, Gelb, Gold und Erdentöne
strahlen nun im Wiesengrün,
das satt und saftig leuchtet,
bis die Blumen nicht mehr blüh´n.

Der Morgen wird beherrscht,
von Feuchtigkeit und Nebelschwaden,
sie verzaubern Spinnennetze
in der Früh´, in Wasserperlenfaden.

Die Ernte ist längst eingefahren,
das Vieh wird in den Stall gebracht.
Vögel ziehen in den Süden
weil der Winter draußen wacht.

Das Ofenfeuer prasselt leise,
ruft knisternd nach Gemütlichkeit.
Frauen wecken ein und kochen Eintopf
und verbreiten schallend Heiterkeit.

Der Wechsel zeigt Vergänglichkeit,
die über allem liegt.
Die Leichtigkeit weicht einer Tiefe,
die im Winter überwiegt.

Ich mag sie, diese bunte, nasse
oftmals trübe, dunkle Zeit.
Du klopfst an, trittst ein
und im Hause wirkt Geborgenheit.

Mein Herz wird warm,
ich träum´mich in den Winterschlaf
und spüre schon die Freude,
die mich im letzten Frühling traf.

Frollein Rottenmeier

Melancholie

Die Gedanken rasen durch die Zeit, 
laut ruft die Vergangenheit,
mir meinen Namen hinterher
und mein Herz wird schwer.

Gerade noch die Lust am Leben,
Freude schenken, Liebe geben.
Fühl ich mich jetzt so sehr allein,
wie soll es anders sein.

Ich habe niemanden gebeten,
Teil zu sein von dem erlebten
aber euch war es genehm,
mir beim Leiden zuzusehn.

Die Sonne geht jetzt langsam unter,
dort draußen sind die Menschen munter.
Die Welt kommt diese Nacht zur Ruh
auch ich mach meine Augen zu.

Am nächsten Morgen bin ich leer,
das Erwachen fällt mir schwer,
bemühe mich um aufzustehn
und mit Mut nach vorn zu sehn.

Ich geh jetzt meine eignen Wege,
entscheide selbst was ich erlebe.
Mit aller Kraft will ich behalten,
meine Zukunft zu gestalten.

Viel großes kommt mir in den Sinn,
ich denke bis ich ruhiger bin.
Es gibt noch so viel zu tun,
das Alte muss für heute ruhn.

Frollein Rottenmeier